Unter Bezugnahme auf den NW-Artikel vom 13.06.2017 („Aus Jugendheim wird Kindergarten“) möchten wir den Eindruck richtigstellen, dass der Verein International den Plänen der Stadtverwaltung vorbehaltlos zustimmt.

Wir unterstützen die Absicht der Stadtverwaltung, kurzfristig das Angebot an Kita-Plätzen zu verbessern, auch im Hinblick auf die große Zahl von Flüchtlingskindern. Dies ist eine wesentliche Voraussetzung für gelingende Integration. Auch bei ausreisepflichtigen Familien dauert in der Regel die Umsetzung der Ausreise so lange, dass man den Kindern einen Kindergartenbesuch ermöglichen sollte.

Abgesehen davon sehen wir den Umzug des Vereins International zur Kleiststr. als höchst problematisch. Den maßgeblichen Anteil unserer ehrenamtlichen Arbeit könnten wir am vorgeschlagenen Standort nicht weiterführen. In Bezug auf unseren Büroraum wäre eine Verlagerung in die Kleiststr. keine Verschlechterung, jedoch wären wir nicht in der Lage, den z. Zt. maßgeblichen Anteil unserer Arbeit, den Betrieb unseres Café International, an dem Standort fortzusetzen. 

Das wöchentlich angebotene „Café“ am Donnerstagnachmittag wäre in der bisherigen Form dort nicht zu ermöglichen. Derzeit begegnen sich im Jugendheim die Vielfalt an Religionen, Ethnien und Nationalitäten mit den ca. 25 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern in einem ausreichend großen Raum mit angrenzender Innen- und Außenspielfläche inklusive Sportplatznutzung. Um 60 bis 70 regelmäßige Gäste in einer einladenden Atmosphäre begrüßen zu können, ist eine Küche in der Größe und Ausstattung wie im Jugendheim erforderlich. Eine Verlegung des Treffpunkts würde die Ghettoisierung des Hunnebrocker Viertels unterstützen. Hingegen liegt das Jugendheim gerade in dieser Hinsicht ideal in relativer Nähe zu den Unterbringungen am Habighorster Weg, Steglitzer Straße, Asternstraße, Engelstraße und Behringstraße. In Hunnebrock gibt es keinen ausreichend großen Raum mit Café-Charakter. Die kleineren Räume fördern vielmehr eine Tendenz zur nationalen Gruppenbildung. 

Da die langfristige Nutzung an der Kleiststr. nicht geklärt ist, würde ein Umzug wieder nur ein Provisorium bedeuten. In Anerkennung der Arbeit etlicher ehrenamtlicher Initiativen in Bünde wäre es längst an der Zeit, dass die Stadt sich Gedanken macht, an welchem Ort in Bünde bürgerschaftliches Engagement auch in Zukunft dauerhaft stattfinden kann. 

Der Verein International appelliert an die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses, dass keine Abstimmung erfolgt, solange keine annehmbaren Alternativen zur jetzigen Nutzung für alle beteiligten Initiativen von Bürgern und Gruppen ausgewiesen sind. 

gez. Ulrich Papke, stellvertr. Vorsitzender                      Bünde, 15.06.2017

 

 

Um die Kommunikationsfähigkeiten der Flüchtlinge in den Deutschkursen zu verbessern, sucht der Verein International eine Lehrkraft für eine wöchentliche Diskussionsrunde. "Das soll kein Deutschkurs, sondern einfach nur eine Runde sein, in der die Teilnehmer sprechen und ihre erlernten Kenntnisse anwenden können", so Ute Fröhlich. Interessierte können sich unter Tel. (05223) 30 45 melden.

 

NW-Leseförderpreis geht an den Bünder Verein International

Die DRK-Kita Rheda-Wiedenbrück und Russischlehrerin Valentina Friesen sind weitere Gewinner

Bünde/Rheda-Wiedenbrück/Paderborn. Die Ideen sind kreativ, die Projekte wohl durchdacht. Sie alle setzen sich in ihrem Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Leseförderung ein. Mehr als 35 Schulen, Kindergärten, Vereine und Organisationen oder auch Einzelpersonen haben sich um den Förderpreis „Lesen lernen" der Neuen Westfälischen beworben. Die Jury hat getagt, der Sieger steht nun fest: Der Hauptpreis und damit 3.000 Euro gehen an den Verein International in Bünde für die Aktion „Spielend lernen" im Café International. [mehr]

NEUE WESTFÄLISCHE, Lokalausgabe Bünde, 9. Oktober 2016

 

1.Mai 2017
Zusammen gehört uns die Zukunft!
Der 1. Mai – Unser Tag der Solidarität!


Noch immer herrschen in weiten Teilen der Welt menschenunwürdige Lebensbedingungen. Und schon wieder wird dort, wo fortschrittliche Bewegungen soziale Errungenschaften durchgesetzt haben, versucht, diese abzubauen.
Gesellschaftlicher Fortschritt und die Aussicht auf ein besseres Leben sind keine Gnadenakte – sie mussten und müssen erkämpft werden. Achtstundentag, Arbeitsschutz, Kranken- und Arbeitslosenversicherung oder die 5-Tage Woche, Pressefreiheit und allgemeines Wahlrecht – vieles, was uns hier und heute selbstverständlich erscheint, ist durch Streiks und kämpferische Bewegungen oft gegen erbitterten Widerstand errungen worden. Der erste Mai selbst hat seinen Ursprung in einem Generalstreik der amerikanischen Gewerkschaften für den Achtstundentag, der ab dem 3. Mai 1886 blutig niedergeschlagen wurde.


Wir sehen, dass noch jede soziale Grausamkeit im Namen der „Wettbewerbsfähigkeit“ begangen wird, wenn wir uns nicht dagegen wehren.
Wir erfahren täglich, dass Konkurrenz und die vorgeblichen Zwänge der „Standortsicherung“ Menschen gegeneinander ausspielen, wenn wir keine Solidarität dagegen setzen.
Wir sind uns klar darüber, dass die Menschen, die aus Not fliehen müssen, an der Festung Europa abgewiesen werden, wenn nicht wir diese Mauern durchbrechen.
Wir wissen, dass die Würde des Menschen antastbar ist, wenn wir sie nicht verteidigen.


Daher ist der erste Mai für uns kein alljährliches Ritual. Er ist Ausdruck der Solidarität mit allen Menschen, die unter erniedrigenden Bedingungen leben müssen, verlassen sind, verächtlich gemacht werden. Der erste Mai erinnert uns daran: Bei allen Unterschieden – vom Kampf um bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen über Widerstand gegen die neoliberale Sparpolitik bis zu Grenzübertritten von Geflüchteten – es geht um die Veränderung des Bestehenden! Das verbindet uns mit Gleichgesinnten auf dem ganzen Globus.


Wir laden deshalb alle Menschen, die sich mit dem Kampf für ein besseres Leben für alle verbunden fühlen, dazu ein, am ersten Mai um 10:30 Uhr zusammen auf die Straße zu gehen und anschließend auf der Kundgebung am Rathausplatz gemeinsam ein Zeichen für Solidarität zu setzen und sich zusammen zu finden über den Tag hinaus – Denn nur zusammen gehört uns die Zukunft!


10:30 Demonstration - Treffpunkt um 10:15 am Marktplatz Bünde
11:00 Maikundgebung auf dem Rathausplatz
Begrüßung: Siegbert Ruppel (Maikomitee Bünde)
Grußwort der Stadt Bünde: Ulf Dreier
Irmgard Pehle (Bündnis gegen rechts im Kreis Herford)
Patrick Schreiner (DGB)
Ralf Burnicki (Villa Kunterbunt)
Christine Zeides (Villa Kunterbunt)

Musikalische Begleitung: Gewerkschaftschor Herford, Die Zwei - Akkordeon und Gitarre, Chor der Alevitischen Gemeinde; im Anschluss Musik mit den Backyard Ramblers.
Veranstalter: Maikomitee Bünde, das sind: Aleviten Gemeinde Bünde • DGB-Bünde • Initiative 9. November • Verein International • Villa Kunterbunt